Begrüßung freie Trauung: 5 Einstiege, die nicht nach Standard klingen

Anja Goldröschen Traurednerin erklärt, wie eine Begrüßung in der freien Trauung gelingt

Begrüßung in der freien Trauung: Warum der Anfang oft scheitert und wie du ihn in 10 Minuten rettest

Eine Begrüßung ist der Moment, in dem aus einer Hochzeitsgesellschaft DEINE Gesellschaft werden kann. Menschen, die dir zuhören, die mitfiebern und für den Rest der Trauung anwesend sind.

Ablauf freie Trauung Begrüßung

Für viele anwesenden Gäste ist es die erste freie Trauung, ,die sie persönlich erleben. Sie wissen nicht, was sie erwartet und sind zusätzlich meistens emotional involviert. Daher sind die ersten Sekunden so entscheidend.

Du als Moderatorin, Rednerin, Vortragende hast ein Füllhorn an Möglichkeiten für die Gestaltung deiner ersten Worte in der Rede. Gehst Du auf den weiteren Ablauf ein? Erklärst Du Rituale wie das Handfasting oder den Ringtausch? Was ist, wenn ein Eheversprechen geplant ist? Verlierst Du zu Beginn schon einige Worte zum Auszug des Brautpaares?

Oder entscheidest du dich für einen warmen, sanften Einstieg. Verzichtest du auf Erklärungen? Manche starten auch mit einem Zitat, oder mitten in der Geschichte des Paares. Was ich damit sagen möchte: Es gibt vermutlich so viele Arten, eine Traurede zu eröffnen, wie freie Trauungen gefeiert werden.

Ich habe lange gedacht, es geht in diesem Moment vor allem um schöne Worte. Inzwischen denke ich viel mehr darüber nach, was diese ersten Sekunden auslösen und wie ich sie lenken kann.

Wie schnell spreche ich?
Wie viel sage ich?
Wie viel lasse ich stehen?

Und ob das, was ich sage, wirklich zu diesem Paar passt.
Ein Beispiel gefällig?

DIE LANGWEILIGSTE BEGRÜSSUNG DER WELT

Liebe Damen und Herren,
herzlich willkommen zu dieser freien Trauung.

Wir haben uns heute hier versammelt, um die Liebe von zwei Menschen zu feiern.
Mein Name ist [DEIN NAME] und ich freue mich sehr, dass ich Sie heute durch diese Zeremonie begleiten darf.
Wir starten nun mit der Rede, danach folgen die Ringe und am Ende ziehen wir gemeinsam aus.

Na, bist du alleine schon vom Lesen innerlich weggedriftet? Dann bist Du hier genau richtig!

Denn an dieser Begrüßung zur freien Trauung ist nichts falsch. Aber sie ist austauschbar, vorhersehbar und – ja – furchtbar langweilig. Und genau das ist das Problem. Und sie ist an dieser Stelle auch nicht als Traurede erkenn- bzw. spürbar. Denn die Rede des Brautvaters, der Trauzeugin oder der Geschwister erfolgt meist später im Tagesablauf und erfüllt einen gänzlich anderen Zweck.

Der Einstieg entscheidet, ob Menschen sich innerlich hinsetzen und dir zuhören oder nur noch körperlich anwesend sind.

Was der Anfang wirklich leisten muss

Eine Begrüßung in der freien Trauung hat drei Aufgaben.
Mehr nicht. Aber definitiv auch nicht weniger

DIE 3 AUFGABEN DER BEGRÜSSUNG IN DER FREIEN TRAUUNG

  1. Den Raum sammeln
    Alle sind noch im Ankommen. Der Anfang muss wie ein leiser Klick sein. Jetzt beginnt es.
  2. Das Paar spürbar machen
    Nicht mit einer langen Geschichte. Sondern mit einem ersten klaren Ton, der zeigt: Das hier ist heute nicht irgendeine Trauung.
  3. Dich als Stimme etablieren
    Nicht als Moderator. Nicht als Entertainer. Sondern als ruhige Führung durch einen Moment, der für viele neu ist.

Gerade bei freien Trauungen wissen Gäste oft nicht genau, was sie erwartet. Umso wichtiger ist ein Einstieg, der Orientierung gibt, ohne eine Programm Ansage zu werden.

Die häufigsten Fehler beim Einstieg

Kennst du noch diese Floskeln aus deinen Schulzeugnissen? Da standen immer so Sätze wie „war stets bemüht“ oder „hat meist irgendwas“. Und genau das möchtest du vermeiden. Im Idealfall soll sich nicht nur das Brautpaar direkt wohlfühlen, sondern auch die Hochzeitsgäste. Ich verspreche dir: Spätestens das wird der Moment sein, wo auch du das erste Mal loslassen kannst.

Doch was sind eigentlich die typischen Stolperfallen bei der Eröffnung der freien Trauung? Eigentlich total logisch, wenn du einmal drüber nachdenkst.

DIE HÄUFIGSTEN FEHLER BEI DER BEGRÜSSUNG IN DER FREIEN TRAUUNG

Fehler 1: Du begrüßt alle, aber niemand fühlt sich gemeint
„Sehr geehrte Damen und Herren“ funktioniert bei der Bambi-Verleihung. In einer Trauung erzeugt es sofort Distanz.

Fehler 2: Du erklärst zu viel
Wenn der Einstieg nur aus Ablauf besteht, bleiben die Menschen im Kopf. Du willst sie im Moment haben.

Fehler 3: Du startest mit einem Zitat, das auch in jedem Kalender stehen könnte
Versteh mich bitte nicht falsch: Zitate können funktionieren. Aber oft sind sie eine Flucht, weil man den eigenen Ton noch nicht gefunden hat.

Fehler 4: Du machst es zu groß
Ganz viel Zuckerguss, ein wenig Glitzer und dann noch eine große Portion Pathos? Das macht es selten besser. Meist wird es nur schwerer.

7 Ideen für deinen Einstieg, die weit weg sind vom Standard

Hier kommen keine fertigen Muster zum stumpf Kopieren, sondern echte Einstiegstypen. Du entscheidest nur: Welcher passt zu diesem Paar und zu dir.

7 IDEEN FÜR DEINEN PERFEKTEN EINSTIEG IN DIE TRAUREDE

Begrüßungs-Idee #1: Der leise Schnitt
Du sagst wenig, aber du setzt eine klare Linie zwischen davor und jetzt.

Begrüßungs-Idee #2: Der Blick auf das Paar
Du startest nicht mit Gästen, nicht mit dir, nicht mit Liebe im Allgemeinen. Du startest direkt mit dem Paar

Begrüßungs-Idee #3: Der Dank ohne Floskel
Dank ist gut. Aber nicht als Standard Satz. Sondern konkret: Wofür sind wir wirklich hier und wer hat dafür Wege möglich gemacht.

Begrüßungs-Idee #4: Der Rahmen für alle, die das zum ersten Mal erleben
Viele Gäste kennen freie Trauungen nicht. Ein kurzer Satz kann helfen.

Begrüßungs-Idee #5: Der Einstieg über ein gemeinsames Bild
Nutze ein Bild, das das Paar wiedererkennt, ohne dass du die ganze Geschichte erzählst.

Begrüßungs-Idee #6: Die warme Begrüßung in die freie Trauung
Nicht Witze. Sondern ein kleines Lächeln, das entkrampft.

Begrüßungs-Idee #7: Der Einstieg über Haltung
Manchmal reicht ein Satz, der zeigt, wie ihr diesen Moment versteht.

Konkrete Umsetzung der Einstiegs-Ideen zur Begrüßung in die freie Trauung

Die oben aufgeführten Beispiele sind dir nicht konkret genug bzw. noch viel zu abstrakt? Das ist genau der Grund, weshalb ich mich für das Booklet dazu entschieden habe, 5 fiktive Paare mit aufzunehmen, anhand denen wir die unterschiedlichen Möglichkeiten ganz konkret besprechen.

Als richtiger Einstieg in die freie Trauung. Mit Tempo und Sprachrhythmus. Mit Tonalität und Haltung. Doch vor allem mit einem (zwar ausgedachtem) aber richtigem Praxisbezug, der dir sofort zeigt, warum diese Begrüßung zu genau diesem Paar und seiner Paargeschichte passt.

Dieser Praxisbezug ist dann besonders hilfreich, wenn du unter Zeitdruck stehst und das Gefühl hast, in deinem Kopf viel einfach kein klarer Satz entstehen. Sie sind nicht copy & paste ready, da sie Bezug auf Geschichte und Tonalität des jeweiligen Paares nehmen, aber sie sind sehr leicht für dich und deine persönliche Eröffnung der Rede anpassbar. Versprochen.

Die fünf Paare aus dem Booklet und warum es sie gibt

Ich arbeite im Leitfaden mit fünf Paaren, weil ein guter Einstieg nicht nur ein Text ist. Es ist eine Entscheidung. Und jede Entscheidung braucht ein Beispiel, das man fühlen kann. Ich glaube, dass ist dir spätestens im Absatz über die unterschiedlichen Begrüßungsformen vorher aufgefallen.

Deshalb stelle ich dir hier „meine“ fünf Paare und ihre Geschichte vor. Im eBook „Essenz 01 – Begrüßung in der freien Trauung“ lernst du jedes Paar natürlich noch besser kennen.

5 Paare – 5 Begrüssungen

Beispiel für eine ruhige Begrüßung in der freien Trauung am Beispiel von Lea und Simon

Lea & Simon

Intention: Klarheit und Atmosphäre

Dieses Paar zeigt den Einstieg, der eine Atmosphäre setzt, bevor du Inhalt lieferst. Sie bleibt beim Paar. Sie verlangt keine Effekte.

Anna Lukas Leitfaden Einleitung freie Trauung Goldroeschen

Anna & Lukas

Intention: Beginn mit Haltung

Dieses Paar zeigt, wie du mit den ersten Worten sofort einen klaren Schwerpunkt setzt. Kein Umweg, kein Erzählen, kein Aufwärmen.

Beispiel für eine freie Trauung durch Freunde mit klar strukturierter Begrüßung

Clara & Tobias

Intention: Sicherheit durch Nähe

Die Einleitung bleibt ruhig und präzise. Sie übertreibt nicht. Sie macht nicht größer, was nicht größer gemacht werden will. Ideal für Angehörige und Freunde.

Persönlicher Einstieg in eine freie Trauung ohne Kitsch am Beispiel von Mara und Ben

Mara & Ben

Intention: ein spürbares WIR

Dieses Paar zeigt, wie du Nähe erzeugst und die Gäste früh durch die Paargeschichte „abholst“. Perfekt für Redner, die keinen Pathos mögen.

ESSENZ 01 Begrüßung Leitfaden für den Einstieg in die freie Trauung

ESSENZ 01

Begrüßung in der freien Trauung

5 unterschiedliche Paare, 5 unterschiedliche Einstiege plus Tempo, Pausen, Praxis und Mini Checklisten.

Lockerer Einstieg in die freie Trauung mit klarer Führung

Jana & Philipp

Intention: bildstarke Emotionen

Die ersten Sätze bei Jana & Philipp erzeugen Emotionen, Bilder und Erinnerungen. Ideal für diejenigen, die gerne über bildstarke Emotionen beginnen möchten.

Meine Intention hinter diesen Paaren ist es nicht, sie zum Leben zu erwecken und die verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten detailliert zu beleuchten. Ich habe versucht, sie als „Trainingsfeld“ für dich anzulegen, damit du unterschiedliche Tonalitäten, Settings und Rollen als Rednerin oder Redner bei bei Begrüßung testen kannst. Mit welchen ersten Sätzen der Rede fühlst du dich wohl? Was fühlt sich für dieses (fiktive) Paar stimmig an?

Wie dir mein Leitfaden konkret hilft

Wie dir mein Leitfaden konkret hilft

Du bist Hochzeitsrednerin, freier Redner oder ambitionierter Anfänger?

Auf den über 35 Seiten Praxiswissen bekommst du Einstiegstypen, fertige Beispiele, Tempo Hinweise, Pausen, Übergänge. Damit du nicht nur schöne Sätze hast, sondern einen Anfang, der im Raum funktioniert.

Du bist Angehöriger, bester Freund oder Trauzeugin?

In meinem Leitfaden findest du eine klare Führung: Was muss rein, was darf raus, wie du dich sicher fühlst, ohne Profi sein zu müssen. Genau dafür gibt es so viele Schritt-für-Schritt Beiträge, Mini Checklisten, Hintergrundinfos zum Sprechtempo oder Tonalität und natürlich ausführliche Textbeispiele.

Mini FAQs rund um die Begrüßung in der freien Trauung

Wie beginne ich eine freie Trauung als Redner?

Wähle einen Einstiegstyp, schreibe drei Sätze, setze eine Pause, mache das Paar im zweiten Satz spürbar.

Sollte ich ein Zitat am Anfang nutzen?

Nur wenn es wirklich zum Paar gehört. Sonst ist es oft ein Platzhalter.

Was ist der beste Einstieg, wenn ich kaum Zeit habe?

Blick auf das Paar plus ein klarer Satz, dass jetzt dieser Moment beginnt.

Wie lange brauche ich, um eine Traurede zu schreiben.

Das ist sehr individuell. Vor allem, wenn es deine erste Rede überhaupt ist. Mit dem richtigen Einstieg hast du meist jedoch schon einen riesigen Schritt zu „deiner“ Rede gemacht.

Kann ich die Traurede selbst schreiben?

Ja natürlich. Der Einstieg ist nur ein Teil der Rede, die sich noch aus vielen weiteren Elementen wie der Paargeschichte, Ringtausch, Ritualen, Ein- bzw. Auszug zusammensetzt.

Gibt es Beispiele zur Eröffnung der freien Trauung?

Ja, in meinem Essenz Buch „Begrüßung in der freien Trauung“ findest du gleich 5 ausformulierte Beispiele für die ersten Sätze in der Traurede.

Worauf muss ich bei der Einleitung achten?

Auf deine innere Haltung. Was möchtest du sagen? Wie möchtest du es sagen und wann möchtest du es sagen? Das ist eigentlich schon das ganze Geheimnis.

Neue Fachbücher zur Planung der freien Trauung

In meiner ESSENZ Fachbuchreihe findest Du Anleitungen, Praxisbeispiele, konkrete Umsetzungsideen, Checklisten und typische Fehler bei der Planung und Vorbereitung der freien Trauung.

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