Liebes 2020, was ich Dir noch sagen wollte

Jahresrückblick 2020

Liebes 2020,

was hatten wir alle für Erwartungen an Dich. Die Orte, die wir besuchen wollten. Die Abenteuer, die wir erleben wollten. Meine jährliche Bucket List mit all den Dingen, die ich unbedingt tun wollte: Ich wollte den perfekten Serviettenknödel machen, ohne vorher Onkel Google befragen zu müssen. Kurz habe ich auch darüber nachgedacht, fließend Mandarin zu lernen. Das kann hier in unserem Dorf garantiert sonst niemand. Oder vielleicht auch einmal einen Tag spontan nach Italien fliegen, um zu testen ob das Eis an den Eisdielen in Florenz noch genauso lecker schmeckt, wie in meinen Erinnerungen.

 

 

Gut, die Liste ist mit allen weiteren guten Vorsätzen schon am 02. Januar im Papierkorb gelandet. Aber: Wir waren alle hoffnungsvoll, welch neue Ära das magische 2020 einleiten würde.

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Ich dachte, ich würde auf unendlich vielen Hochzeiten tanzen, mich vielleicht nach 20 Jahren endlich für ein neues Parfüm entscheiden können oder mit meinen Brautpaaren in den angesagtesten Coffee Bars der Stadt die tollsten Kennenlerngespräche führen, bei denen wir über Gott und die Welt plaudern würden. Aber Du hattest andere Pläne mit uns, oder 2020?

Leicht verächtlich hast Du all meine Pläne für große Abenteuer oder Ausflüge einfach zunichtegemacht. In nur einem Wimpernschlag hast Du mal eben den gesamten Planeten auf den Kopf gestellt und uns stattdessen heimische Aktivitäten und ungebetene Sabbaticals serviert.

Hast Du jemals vorher so bewusst Deine Träume verloren? Leise habe ich meiner Großspurigkeit auf Wiedersehen gesagt, meine Vorstellung von durchtanzten Nächte gegen eine etwas elastische Taille getauscht und anstelle von Traureden jede Menge Kinderbücher gelesen.

Einige von uns haben so viel Kuchenteig wie noch nie angerührt, oder Bananen mit Nutella gegrillt. Andere haben sich den digitalen Treffen verschrieben und dort die skurrilsten Geschichten zum Besten gegeben. Es war eine wahre Ekstase von heimischen Aktivitäten, die unseren lahm gelegten Hirnen entsprang. Gott sei Dank meist hinter geschlossenen Türen. Aber wir waren nicht lange eingesperrt und durften - rückblickend betrachtet - einen Sommer mit kleinen Hochzeiten, dem einen oder anderen Ausflug oder auch einem meist neu geplanten Urlaub verbringen.

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Ohne den oft viel zu lauten Lärm des Alltags konnten wir auf einmal alle die Stille hören, die jeden auf ihre ganz eigene Art und Weise berührt hat. Eine Rückbesinnung auf das Kleine, das Regionale fand statt. Der größte Online Versandhandel war plötzlich nicht mehr das Nonplusultra und wir haben uns alle aufgemacht, in unseren eigenen Städten zu kaufen: Buchhandlungen, Metzgereien oder unabhängige Bekleidungsgeschäfte erlebten eine nie gekannte Beliebtheit. Auf einmal haben wir verstanden, dass unser ungezügeltes „Beschäftigtsein“ uns im Grunde von innen aufgefressen hat. Uns davon abgehalten hat zu sehen und verstehen, was wirklich zählt.

Auch ich habe verstanden, dass die Ziele meiner Begierde eben nicht ständiger Überarbeitung unterliegen sollten um noch mehr zu erreichen. Plötzlich war es völlig ok, meine Nase nach so vielen Jahren wieder tagelang in Büchern zu vertiefen, neue Kochrezepte – auch mit Googles Hilfe – auszuprobieren und stundenlang mit den Kindern Brettspiele oder Karten zu zocken. Selbst Spaziergänge im Wald wurden zu kleinen und sehr willkommenen Abenteuern.

Und jetzt, wo Deine Tage gezählt sind 2020, da würde ich die schönen Seiten, die stillen Momente, die Ruhe gerne tief in meinem Herzen einschließen. Ich würde mich gerne mit dem Augenblick darüber unterhalten, dass sich dieses „neue Normal“ auch ein wenig so angefühlt hat, wie eine tröstende Begegnung mit der Menschlichkeit. Ich würde gerne die Wellen, die über uns hereingebrochen sind, bitten, uns das Gute zu lassen und das Schlechte einfach hinfort zu spülen. Ich würde gerne meine sentimentalen Gedanken ein wenig in die Länge ziehen und ganz in Ruhe genießen.

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Ich wünsche mir, dass wir uns eines Tages an Dich zurückerinnern werden und wissen, dass Du neben so unendlich viel Schmerz auch Gutes vollbracht hast. Das wir es geschafft haben, das Zwischenmenschliche weiterhin als das zu begreifen was es ist: mein Elixier des Lebens und des Liebens. Ich möchte meinen Enkeln davon berichten, wie tapfer ihre Mütter das Home Schooling gemeistert haben. Was für großartige Köchinnen in den Monaten aus ihnen geworden ist und wieviel Halt, Stärke und Liebe wir uns gegenseitig geben konnten. Ich möchte daran erinnern können, dass die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Geschäftspartnern, Freunden und auch Brautpaaren uns am Ende alle durch diese schwere Zeit getragen hat und wir aus der nie gekannten menschlichen und wirtschaftlichen Katastrophe gestärkt hervorgegangen sind.

Ja, liebes 2020, genau das wünsche ich mir.

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PS: Die Bilder aus diesem Beitrag sind übrigens alle in diesem Jahr entstanden. Gemeinsam mit der international tätigen Fine Art Hochzeitsfotografin Heike Möllers habe ich mir in diesem Jahr einen sehr lang gehegten Traum erfüllt: Wir haben unser erstes eigenes Hochzeitsmagazin auf den Markt gebracht. Alles rund um das WHITE WEDDING Magazin erfährst Du entweder hier auf meinem Blog unter "White Wedding Mag" oder direkt auf dem Hochzeitsblog vom Magazin

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Beteiligte Dienstleister:
Fotografin: Heike Moellers Photography
Planung: First Weddingplanner
Torten: Tortenmacher
Blumen: Die Floristen
Location: Haus Brink
Papeterie: Fanfare Paper Goods & Poesi der Feder & Pimp your Wedding
Tischdecken & Candeliere: Weds4u


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